Sänger des Doppelmonats Juli/August 2020:

Adrian Korenzwit (Tenor 1)

In welcher anderen Stimmgruppe deines Chores würdest du am liebsten mal singen? Warum?

Da ich sowieso hin und wieder bei manchen Stimmen zum Spaß mitsinge, würde ich eher sagen, welche Stimmlage ich eigentlich gerne gehabt hätte. Dies wäre ein tiefer Bass gewesen, da ich in meiner Kindheit bei einem Opernbesuch einen tollen klassischen Sänger russischer Herkunft gehört hatte und plötzlich den Wunsch verspürte, selbst einmal eine Stimme mit solchem Gravitas zu haben.

Dein beeindruckendstes Bühnenerlebnis mit dem Jazzchor:

Obwohl wir schon viele gute Auftritte hatten, so hat mich wohl derjenige zum Deutschen Chorwettbewerb im Freiburger Konzerthaus im Jahr 2018 am meisten beeindruckt. Nicht nur hatten wir den Heimvorteil, durch welchen der gesamte Saal vollkommen ausverkauft war, doch schien es mir, als ob die Stimmung im Allgemeinen auf einem Hoch war, das ich sonst nicht oft verspürt habe.

Wo würdest du am liebsten leben?

Ich bin hier in Deutschland eigentlich ganz glücklich, hätte aber nichts dagegen, auch einmal in einem anderen europäischen Land oder in Israel über längere Zeit zu leben. Japan würde mich auch reizen.

Wo würdest du mit einer Zeitmaschine gerne hinreisen?

Wahrscheinlich ins späte 18. / frühe 19. Jahrhundert, um einigen der Uraufführungen großer Werke der Meister der klassischen/romantischen Musik beizuwohnen und die Möglichkeit zu haben, diesen Genies die Hand zu drücken und ihnen für ihre weltbewegenden Beiträge zu danken. Falls ich eine zweite Reise hätte, so würde ich wohl in die nicht so nahe Zukunft reisen, um zu sehen, wie auf uns heute geschaut wird; ob wir für unsere heutigen Probleme endgültige (FRIEDLICHE) Lösungen finden und Ähnliches. Dritte Reise: am besten eine Schnellreise mit Zwischenhalten durch die Geschichte der Welt, die ab der Entstehung menschlichen Lebens verlangsamt wird.

Was sind deine Lieblingsbeschäftigung(en)?

Sport: Schwimmen, Fitness, Tischtennis; Unterhaltung: sämtliche Aktivitäten am Rechner, Lesen verschiedener Medien, Blatt-Spielen, in Selbstgesprächen Herumphilosophieren

 

Sänger des Doppelmonats Juli/August 2020: Adrian Korenzwit

Welches ist dein Lieblingstier?

Da kann ich mich leider nicht genau festsetzen. Zum Einen bin ich ein Bewunderer der Katzen und Greifvögel und kann sehr gut nachvollziehen, warum diese von den Ägyptern vergöttert wurden, zum anderen empfinde ich mich den Affen sehr nahe und versuche hin und wieder, diese Verwandtschaft audio-visuell darzustellen.

Was ist das Faszinierende an dem, was du beruflich tust?

Noch bin ich Student, will aber demnächst diesen Lebensabschnitt abschließen und zum nächsten fortfahren. Musik und Sprachen haben mich seit meinem Kindesalter schon immer begleitet. Diese Künste zu erforschen, auszuüben und zu lehren hilft mir, meine Kenntnisse und mein Interesse daran zu vergrößern und dabei anderen meine Affinität dazu nahezubringen.

Wann bist du am glücklichsten?

Wann immer mein Hirn eines der verschiedenen Glückshormone ausstößt. Wird wohl oder übel bei Unterhaltung der Fall sein.

Morgens habe ich Lust aufzustehen weil...

Irgendwann muss man ja aufstehen.

Diese Person hat mich besonders inspiriert:

Meine Mutter. Nicht nur hat sie mich großgezogen und mir menschliche Werte vermittelt, auch habe ich ihr meine Liebe zur Musik zu verdanken.

Sängerin des Doppelmonats Mai/Juni 2020:

Mirjam Helget (Sopran 2)

In welcher anderen Stimmgruppe deines Chores würdest du am liebsten mal singen? Warum?

Was für eine Frage – natürlich im Dirigat. Gedanklich und pantomimisch singt man da auch mit! „Ein sehr gut eingespieltes Team dirigieren zu dürfen ist wie sich in einen Rolls-Royce zu setzen“, ich zitiere sinngemäß einen Ersatzdirigenten, „es läuft fast wie von allein“, aber man muss damit schon auch umgehen können... Mit Tempo, Dynamik, Artikulation, Klangfarben und all den anderen Faktoren experimentieren zu dürfen stell' ich mir spannend vor. Die Verantwortung, die da mitgekommt, wäre dann schon wieder eine andere Sache...
Wenn ich jetzt wirklich eine Chorstimme auswählen müsste, wäre das der Alt. Ich würde gerne mal mit den samtigen Altistinnenstimmen schwingen, weil die sich – gerade auch bei uns im Chor – so wunderbar ergänzen und zu einem unverwechselbaren Farbton mixen.

Dein beeindruckendstes Bühnenerlebnis mit dem Jazzchor:

Da gibt es einige, die mir eindrücklich in Erinnerung geblieben sind. Die Gründe können ziemlich verschieden sein. Entweder weil die Musik und die Vibes im Chor besonders toll oder die Rahmenbedingungen überwältigend waren, wie bei einem meiner ersten Konzerte mit dem Chor, das war auf dem ZMF. Ich bin vorher noch nichtmal als Besucherin im großen Zelt gewesen und dachte: „Naja, wie groß kann so ein Zirkuszeltkonzert in der Pampa schon sein“. Auf der Bühne war ich dann so beeindruckt von der Zuschauermenge und den Scheinwerfern, dass ich gefühlt ein Drittel des Textes vergessen habe – jetzt, wo es quasi verjährt ist, kann man das auch erzählen.
Das andere war genau genommen ein Turnhallenerlebnis: Einmal gaben wir ein kleines Konzert in einer japanischen Schule für nur etwa 20 SchülerInnen, das war 2013, in einer fast verlassenen Schule in Fukushima. Nach unserem Konzert in der Turnhalle haben sie uns als Dankeschön ihr Hoffnungs-Lied vorgetragen, das sie seit dem Tsunami und der Nuklearkatastrophe sangen. Wir haben alle vor Rührung geheult. Dass die Kinder sich so selbstbewusst und überzeugt mit ihrem Lied bei uns bedankt haben – übrigens auch noch bemerkenswert gut gesungen! – war überraschend und hat uns umgehauen.

Wo würdest du am liebsten leben?

Vielleicht in einer großen Baumhaus-WG mit einem Hektar Wald drumherum. Einen Kilometer weiter käme dann schon die Innenstadt von Freiburg oder so.

Wo würdest du mit einer Zeitmaschine gerne hinreisen?

Ah, ich würde schon gerne so ein paar verrückte Künstler-Figuren vom Anfang des 20. Jahrhunderts wie Klimt in Wien treffen oder welche von den Berliner Expressionisten. Für die Musik dann zur selben Zeit einmal nach New Orleans oder in die 60er und den funky James Brown live hören. Aber derzeit wäre ein Sprung in die Zeit vor oder nach Corona schon ausreichend...

Sängerin des Doppelmonats Mai/Juni 2020: Mirjam Helget

Was sind deine Lieblingsbeschäftigung(en)?

Mountainbiken und Lesen sind zusammen mit der Musik ganz vorne.

Welches ist dein Lieblingstier?

Elefant und Schmetterling, das sind zwar gleich zwei, aber die wedeln mit Ohren und Flügeln so schön unbeschwert und gleichzeitig wirken sie auch melancholisch. Und die Form der Flügel und Ohren ähnelt sich übrigens!

Was ist das Faszinierende an dem, was du beruflich tust?

Also Fachwissen und den Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu verbinden, das ist herausfordernd. Jetzt plötzlich per Online-Unterricht, der zeigt, was wirklich unverzichtbar ist und was man getrost auch weglassen kann oder was man mal ändern müsste.
lch bin gerade (hoffentlich) kurz vor dem Ende des Referendariats am Gymnasium.

Wann bist du am glücklichsten?

Schwierige Frage, eine der wichtigsten überhaupt? Zum Beispiel in Momenten, in denen die Musik irgendwie magisch ist. Das Gefühl wie neugeboren aus einem kalten Gewässer zu steigen; oder endlich oben auf dem Berg angekommen zu sein und – gemeinsam oder allein – die Aussicht zu genießen.

Morgens habe ich Lust aufzustehen, weil ...

... der erste Schluck Cappuccino einfach fantastisch ist. Wer lässt 7.30 Uhr den Unterricht beginnen?

Diese Person hat mich besonders inspiriert:

Puh, das ist schwierig, da kann ich mich jetzt nicht beschränken.
Also musikalisch vielleicht Norah Jones und Lauren Hill.
Was ästhetisches Empfinden angeht mein Papa.
Was Freiheitsgeist angeht Pipi Langstrumpf, die hat quasi gar keine Regeln (und wird dieses Jahr 75!).
 

 

Sänger des Doppelmonats März/April 2020:

Christoph Lichtenberger (Bass 2)

In welcher anderen Stimmgruppe deines Chores würdest du am liebsten mal singen? Warum?

Tenor natürlich. Ob in der Oper, ob zu Comedian Harmonists-Zeiten, ob Pop-Stars, Rock-Stars, Jazz-Sänger trompetengleicher Scat-Soli – die männliche Melodiestimme ist so gut wie immer Tenor. Und weil ich früher, wie alle meine Freunde, bei Feten und Konzerten versuchte, die Hits mitzusingen, war ich natürlich frustriert bei der Erkenntnis, dass das als Bass oder Bariton nicht so richtig geht. Klingt übel, macht im Moment dennoch Laune, die Melodie mitzuschreien und hat als einzig positiven Effekt am Folgetag den erweiterten Tonumfang nach unten. Wer weiß, vielleicht entstehen auf diesem Weg überhaupt aus jungen Männern die Bassisten?

Dein beeindruckendstes Bühnenerlebnis mit dem Jazzchor:

Obwohl wir während meiner kurzen Mitgliedschaft nun auch schon vor noch größerem Publikum gesungen haben, sind mir die Sommerabende der „Nuits des Choeurs“ in Belgien in besonders schöner Erinnerung, dort, in „unserem“ Innenhof der Klosterruinen von Villers-la-Ville. Open air, (halbwegs) warm, abends schicke light show auf den Ruinenmauern, die Zuhörer sitzen auf dem Rasen und sind sichtbar gespannt, was sie hier geboten bekommen – das war gerade von der Atmo und Optik her für mich schon sehr beeindruckend.

Wo würdest du am liebsten leben?

Im Land hinter Salikon.

Wo würdest du mit einer Zeitmaschine gerne hinreisen?

Bei Zeitmaschine denke ich ja immer zuerst eine solche Maschine sollte die zur Verfügung stehende Zeit vervielfachen, denn davon gibt es dauernd zu wenig. Aber gut, Zeitreise:

Zurück in eine der europäischen Epochen der letzten paar hundert Jahre, um dabei zu sein, als bis dato ungehörte Akkorde, Rhythmen oder Instrumentenklänge den Menschen erstmals zu Ohren kamen. Das ist heute so schwer vorstellbar, wie stark die Wirkung gewesen sein muss, da die Menschen im Vergleich zu heute ja geradezu unendlich weniger neue Höreindrücke pro Zeit hatten.

Wir können uns heute aus einer Sample-Bibliothek oder dem Web hunderte uns unbekannte Klänge in wenigen Minuten anhören, wenn wir möchten, aber die Wirkung ist meist schnell verpufft. Dagegen im Barock einem Musiker oder Komponisten eine Taste, geschweige denn einen Jazzakkord, auf einem Rhodes-Piano anzuschlagen hätte vermutlich Diskussionsstoff für Monate geliefert.

Was sind deine Lieblingsbeschäftigungen?

Musik, Musik, Musik, run, swim, bike, Essen, Faulenzen, Schlafen und dann sind, zusammen mit dem „Pflichtprogramm“, leider schon wieder mindestens 27 Stunden vom Tag vorbei.

Sänger des Doppelmonats März/April 2020: Christoph Lichtenberger

Was ist dein Lieblingstier?

Das ist einfach: Faultier!

Was ist das Faszinierende an dem, was du beruflich tust?

Wie sich formal erwachsene Menschen endlos über unwichtige Dinge erregen können (oops, damit wollte ich mich über die IT-Industrie lustig machen, aber das ließe sich ja vielleicht auch über die o.g. Lieblingsbeschäftigung Nr. 1 sagen. Oder nicht? Eine Diskussionsanregung... ).

Wann bist du am glücklichsten?

Wenn ich den Glücksmoment mit anderen zusammen erlebe.

Morgens habe ich Lust aufzustehen weil...

... die Mittagssonne so schön kitzelt auf mein Nase.

Diese Person hat mich besonders inspiriert:

Tja, unerwartet aktuell (März 2020, Covid-19-Epidemie): Albert Schweitzer, so weit er mir in der Jugend durch meine Oma und durch Bücher vermittelt wurde.

Sängerin des Doppelmonats Januar/Februar 2020:

Raffaela Dilles (Sopran 2)

In welcher anderen Stimmgruppe deines Chores würdest du am liebsten mal singen? Warum?

Eigentlich in jeder, aber besonders Bass singen würde mich interessieren. Wie fühlt es sich wohl an, den gesamten Chor von unten zu stützen und sich in dem tiefen Klang zu baden?

Dein beeindruckendstes Bühnenerlebnis mit dem Jazzchor:

Beeindruckende Bühnenerlebnisse gab es mit dem Jazzchor schon jede Menge :) Ich glaube am Beeindruckendsten waren die Auftritte in Suwon, Korea, auf dieser riesigen Bühne vor gefühlt unendlich vielen Menschen, die dicht an dicht auf ihren Picknickdecken die Wiese bevölkert haben und so begeistert waren von der Musik.

Wo würdest du am liebsten leben?

Neuseeland könnte ich mir sehr gut vorstellen. Nur leider ist das sehr weit weg von vielen Menschen, die mir wichtig sind.

Wo würdest du mit einer Zeitmaschine gerne hinreisen?

In die 1970er! Die Musikszene der Zeit war sehr vielfältig und spannend, außerdem lag ein neuer Zeitgeist in der Luft. Mal in der Menge vor der jungen Patti Smith stehen oder David Bowie oder Joni Mitchell... oder ich würde eine Zeitreise machen, in der ich mich durch sämtliche Musikclubs der 70er bis in die 90er tanzen könnte.

Was sind deine Lieblingsbeschäftigung(en)?

Singen, Nähen, Spazierengehen, Tanzen, Malen, Schreiben, Klavierspielen...

Welches ist dein Lieblingstier?

Ich mag viele Tiere gern, besonders aber Katzen.

Sängerin des Doppelmonats Januar/Februar 2020: Raffaela Dilles

Was ist das Faszinierende an dem, was du beruflich tust?

Ich arbeite musikalisch vor allem mit Gruppen – von Kleinkindern bis Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter ist (fast) alles dabei. Was ich faszinierend finde, ist, sowohl die Gruppendynamik zu beobachten als auch die Musikalität in jedem Menschen zu entdecken, bei kleinen Kindern, aber auch Erwachsenen. Und die Gemeinsamkeiten zwischen den Altersgruppen sind oft größer als man denkt! Wir sind halt alle Menschen und vielleicht bleiben wir auch im Erwachsenenalter trotzdem im Herzen immer ein bisschen wie Kinder...

Wann bist du am glücklichsten?

Wenn ich mich innerlich aufgeräumt fühle und mich einer kreativen Beschäftigung hingeben kann.

Morgens habe ich Lust aufzustehen weil...

...ich aus dem Fenster Berge, Wiesen und Kühe sehen kann.

→ Sänger der Doppelmonate 2019