Sänger des Doppelmonats März/April 2020:

Christoph Lichtenberger (Bass 2)

In welcher anderen Stimmgruppe deines Chores würdest du am liebsten mal singen? Warum?

Tenor natürlich. Ob in der Oper, ob zu Comedian Harmonists-Zeiten, ob Pop-Stars, Rock-Stars, Jazz-Sänger trompetengleicher Scat-Soli – die männliche Melodiestimme ist so gut wie immer Tenor. Und weil ich früher, wie alle meine Freunde, bei Feten und Konzerten versuchte, die Hits mitzusingen, war ich natürlich frustriert bei der Erkenntnis, dass das als Bass oder Bariton nicht so richtig geht. Klingt übel, macht im Moment dennoch Laune, die Melodie mitzuschreien und hat als einzig positiven Effekt am Folgetag den erweiterten Tonumfang nach unten. Wer weiß, vielleicht entstehen auf diesem Weg überhaupt aus jungen Männern die Bassisten?

Dein beeindruckendstes Bühnenerlebnis mit dem Jazzchor:

Obwohl wir während meiner kurzen Mitgliedschaft nun auch schon vor noch größerem Publikum gesungen haben, sind mir die Sommerabende der „Nuits des Choeurs“ in Belgien in besonders schöner Erinnerung, dort, in „unserem“ Innenhof der Klosterruinen von Villers-la-Ville. Open air, (halbwegs) warm, abends schicke light show auf den Ruinenmauern, die Zuhörer sitzen auf dem Rasen und sind sichtbar gespannt, was sie hier geboten bekommen – das war gerade von der Atmo und Optik her für mich schon sehr beeindruckend.

Wo würdest du am liebsten leben?

Im Land hinter Salikon.

Wo würdest du mit einer Zeitmaschine gerne hinreisen?

Bei Zeitmaschine denke ich ja immer zuerst eine solche Maschine sollte die zur Verfügung stehende Zeit vervielfachen, denn davon gibt es dauernd zu wenig. Aber gut, Zeitreise:

Zurück in eine der europäischen Epochen der letzten paar hundert Jahre, um dabei zu sein, als bis dato ungehörte Akkorde, Rhythmen oder Instrumentenklänge den Menschen erstmals zu Ohren kamen. Das ist heute so schwer vorstellbar, wie stark die Wirkung gewesen sein muss, da die Menschen im Vergleich zu heute ja geradezu unendlich weniger neue Höreindrücke pro Zeit hatten.

Wir können uns heute aus einer Sample-Bibliothek oder dem Web hunderte uns unbekannte Klänge in wenigen Minuten anhören, wenn wir möchten, aber die Wirkung ist meist schnell verpufft. Dagegen im Barock einem Musiker oder Komponisten eine Taste, geschweige denn einen Jazzakkord, auf einem Rhodes-Piano anzuschlagen hätte vermutlich Diskussionsstoff für Monate geliefert.

Was sind deine Lieblingsbeschäftigungen?

Musik, Musik, Musik, run, swim, bike, Essen, Faulenzen, Schlafen und dann sind, zusammen mit dem „Pflichtprogramm“, leider schon wieder mindestens 27 Stunden vom Tag vorbei.

Sänger des Doppelmonats März/April 2020: Christoph Lichtenberger

Was ist dein Lieblingstier?

Das ist einfach: Faultier!

Was ist das Faszinierende an dem, was du beruflich tust?

Wie sich formal erwachsene Menschen endlos über unwichtige Dinge erregen können (oops, damit wollte ich mich über die IT-Industrie lustig machen, aber das ließe sich ja vielleicht auch über die o.g. Lieblingsbeschäftigung Nr. 1 sagen. Oder nicht? Eine Diskussionsanregung... ).

Wann bist du am glücklichsten?

Wenn ich den Glücksmoment mit anderen zusammen erlebe.

Morgens habe ich Lust aufzustehen weil...

... die Mittagssonne so schön kitzelt auf mein Nase.

Diese Person hat mich besonders inspiriert:

Tja, unerwartet aktuell (März 2020, Covid-19-Epidemie): Albert Schweitzer, so weit er mir in der Jugend durch meine Oma und durch Bücher vermittelt wurde.

Sängerin des Doppelmonats Januar/Februar 2020:

Raffaela Dilles (Sopran 2)

In welcher anderen Stimmgruppe deines Chores würdest du am liebsten mal singen? Warum?

Eigentlich in jeder, aber besonders Bass singen würde mich interessieren. Wie fühlt es sich wohl an, den gesamten Chor von unten zu stützen und sich in dem tiefen Klang zu baden?

Dein beeindruckendstes Bühnenerlebnis mit dem Jazzchor:

Beeindruckende Bühnenerlebnisse gab es mit dem Jazzchor schon jede Menge :) Ich glaube am Beeindruckendsten waren die Auftritte in Suwon, Korea, auf dieser riesigen Bühne vor gefühlt unendlich vielen Menschen, die dicht an dicht auf ihren Picknickdecken die Wiese bevölkert haben und so begeistert waren von der Musik.

Wo würdest du am liebsten leben?

Neuseeland könnte ich mir sehr gut vorstellen. Nur leider ist das sehr weit weg von vielen Menschen, die mir wichtig sind.

Wo würdest du mit einer Zeitmaschine gerne hinreisen?

In die 1970er! Die Musikszene der Zeit war sehr vielfältig und spannend, außerdem lag ein neuer Zeitgeist in der Luft. Mal in der Menge vor der jungen Patti Smith stehen oder David Bowie oder Joni Mitchell... oder ich würde eine Zeitreise machen, in der ich mich durch sämtliche Musikclubs der 70er bis in die 90er tanzen könnte.

Was sind deine Lieblingsbeschäftigung(en)?

Singen, Nähen, Spazierengehen, Tanzen, Malen, Schreiben, Klavierspielen...

Welches ist dein Lieblingstier?

Ich mag viele Tiere gern, besonders aber Katzen.

Sängerin des Doppelmonats Januar/Februar 2020: Raffaela Dilles

Was ist das Faszinierende an dem, was du beruflich tust?

Ich arbeite musikalisch vor allem mit Gruppen – von Kleinkindern bis Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter ist (fast) alles dabei. Was ich faszinierend finde, ist, sowohl die Gruppendynamik zu beobachten als auch die Musikalität in jedem Menschen zu entdecken, bei kleinen Kindern, aber auch Erwachsenen. Und die Gemeinsamkeiten zwischen den Altersgruppen sind oft größer als man denkt! Wir sind halt alle Menschen und vielleicht bleiben wir auch im Erwachsenenalter trotzdem im Herzen immer ein bisschen wie Kinder...

Wann bist du am glücklichsten?

Wenn ich mich innerlich aufgeräumt fühle und mich einer kreativen Beschäftigung hingeben kann.

Morgens habe ich Lust aufzustehen weil...

...ich aus dem Fenster Berge, Wiesen und Kühe sehen kann.

→ Sänger der Doppelmonate 2019